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01.12.2008SPORT & WERDER
Polizei gegen "Randale und Bambule"
Während das Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt am Samstag für Werderfans hoch erfreulich lief, hatten die Anhänger der Hessen keinen Spaß. Nicht nur, dass ihr Team null zu fünf unterlag – einige Frankfurter gerieten auch heftig mit der Bremer Polizei aneinander.
Wie sie es gerne tun bei Auswärtsspielen, waren rund 300 Eintrachtfans schon sehr früh gegen neun Uhr am Auswärtsspielort, in diesem Fall Bremen, angereist. Sie stiegen nicht weit vom Stadion aus ihren Bussen und machten sich auf den Weg ins Viertel, von Anfang an begleitet von Bremer Polizisten. Einige "Randale, Bambule, Frankfurter Schule" - Sprechchöre sowie einen Böllerwurf später – mehr sei definitiv nicht passiert und in der Gruppe hätten sich auch keine Hooligans befunden, beteuert der Frankfurter Fanprojekt-Leiter Stephan von Ploetz – fanden sich die Eintrachtler in einem Polizeikessel wieder. Für 234 von ihnen ging‘s schließlich Richtung Bremer Gefängnisse. Sie durften nicht zum Spiel und wurden gegen 18 Uhr wieder in ihre Busse verfrachtet, um mit Polizeieskorte und Raststättenverbot bis nach Frankfurt zurückgebracht zu werden. "Ich mache den Job jetzt seit acht Jahren. So eine überzogene Maßnahme habe ich bisher noch nicht gesehen. Da fehlte auf jeden Fall Fingerspitzengefühl und Kommunikation", kritisierte Stephan von Ploetz das von Einsatzleiter Hans-Jürgen Pusch angeordnete Vorgehen der Polizei. Der hatte die Entscheidung für ein Festsetzen der Frankfurter mit dem Ziel begründet, eine Begegnung der Eintracht-Anhänger mit Bremer Fans zu verhindern. Rechtlich stand er auf der sicheren Seite, darf er doch als Einsatzleiter in Situationen wie der gegebenen die Präventiv-Maßnahmen ergreifen, die er für nötig hält, um Gefahren vorzubeugen. Seit etwa zwei Jahren ist das Verhältnis zwischen den beiden Fanszenen zerrüttet. Bei einem Vergleich zwischen Bremen und Frankfurt im Weser-Stadion hatten Werderfans ihren Kontrahenten eine Fahne geklaut – kein Kavaliersdelikt, sondern in der Szene ein schweres Vergehen, das die Frankfurter nicht vergessen haben. Reibereien zwischen Grün-Weißen und Schwarz-Roten waren also nicht ausgeschlossen. Die Idee, Frankfurter und Bremer zu trennen, kann Manfred Rutkowski vom Fanprojekt Bremen deshalb nachvollziehen. Wohl aber nicht die Art und Weise, derer er am Samstag unmittelbar Augenzeuge wurde. "Ich denke, man hätte die Situation anders angehen können. Wären die Fans beispielsweise in einen abgezäunten Bereich am Stadion gebracht und die Stadiontore für die Gäste etwas früher geöffnet worden, hätte das denselben Effekt der Trennung zur Folge gehabt und die Fans hätten wenigstens das Spiel sehen können. Andere Städte sind in dieser Hinsicht flexibler. Als wir das letzte Mal in Frankfurt waren, ist alles friedlich gelaufen", so Rutkowski. Bemerkenswert ist, dass beide Vertreter der jeweiligen Fanprojekte die Polizei zwar kritisieren, aber nicht übermäßig an den Pranger stellen. Die meisten Beamten, die die Anweisungen ihres Einsatzleiters Hans-Jürgen Pusch umsetzen mussten, nimmt Stephan von Ploetz sogar ausdrücklich von seiner Kritik aus: "Die Polizisten haben ihren Job gemacht, mehr nicht. Wie in anderen Berufen auch tun manche das schlechter, andere besser. Insgesamt gibt es da nicht viel zu monieren." von Jens Otto 2 Kommentare:Wenn die Frankfurter wirklich nix gemacht haben, finde ich die Aktion der Polizei wirklich übertrieben. Irgendwie scheint es durch die bisherigen Schilderungen in den Medien auch so, als hätte die Polizei vorher schon den Plan gehabt, die Eintrachtfans bei der kleinsten Kleinigkeit festzunageln. Und irgendwas machen Fußballfans immer, sei es nur die Überquerung einer Ampel bei rot. Falls dem so war, ist es eine Schweinerei, sie überhaupt erst anreisen zu lassen, nur damit sie sich mal ein Bremer Gefängnis von innen angucken können. Die Polizei hat ganz klar über die Stränge geschlagen. Bin Frankfurt-Fan, war allerdings nicht unter den inhaftierten Businsassen sondern im Stadion. Die Stimmung war aufgrund der Verhaftungen natürlich aufgeheizt, die Polizei mußte verbal sicher einiges einstecken, allerdings habe ich keine Gewalttätigkeiten von Eintracht-Fans gesehen.Stattdessen wurde der komplette Eintracht-Block abgeriegelt. Einzelne Fans, die das Spiel früher verlassen wollten, wurden von der Polizei unter Einsatz von Schlagstöcken und Pfefferspray zurück gedrängt. Auch auf Frauen wurde eingeprügelt. Ich habe kein Problem damit, wenn einzelne Randalierer aus dem Verkehr gezogen werden. Aber die Busbesatzungen bestanden nicht aus Hooligans, die auf dem Weg zu einer Schlägerei waren (solche Leute treffen sich meist abseits der Öffentlichkeit um eben nicht die Aufmerksamkeit der Polizei auf sich zu ziehen und laufen sicher nicht auf dem Präsentierteller durchs Ostertor). Die Leute wollten einfach vor dem Spiel noch was Trinken gehen. Fangesänge unter der Gürtellinie sind absolut üblich und kein Anzeichen für bevorstehende Randale. Ich war nicht bei diesem Marsch dabei, aber selbst wenn Einzelne über die Stränge geschlagen haben, kann man nicht die ganze Gruppe in Sippenhaft nehmen, vorallem nicht für einen Böller. Der Einsatzleiter der Polizei wurde übrigens vom einem Kamerateam begleitet, gut möglich dass sich da jemand in Szene setzen wollte. Dessen Vorgehen wurde übrigens auch von untergenen Dienstgraden scharf kritisiert. Eine völlig überzogene Aktion, wenn man bedenkt dass wir in Eintracht-Klamotten nach dem Spiel noch ohne Probleme mit Werder-Fans im Viertel unterwegs waren und von einer angebliche Fanfeindschaft nichts zu sehen war. Diesen Artikel kommentieren (kein Login nötig)
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