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05.08.2008
BREMEN-NEWS

Islamist sorgt für Ärger auf dem Campus

Auf diesem Bild sieht man das Hörsaalgebäude der Uni Bremen. Foto: Uni Bremen

Im Hörsaalgebäude der Uni Bremen, besser bekannt als Keksdose, fand der umstrittene Vortrag von Pierre Vogel statt. Foto: Uni Bremen

Laut Weser-Kurier sorgte ein Vortrag des radikalen islamischen Predigers Pierre Vogel am vergangenen Samstag für Ärger an der Bremer Uni. Als etwa 50 Gegendemonstranten versuchten, die Veranstaltung zu verhindern, kam es zu einem Polizeieinsatz. Die Gegner verteilten Flugblätter und blockierten die Türen. Der Sicherheitsdienst der Organisatoren hatte sie jedoch bereits aus dem Gebäude gedrängt, als die Polizei am Campus eintraf. Verletzte gab es bei dieser Aktion nicht.

Pierre Vogel ist ein Ex-Profi-Boxer aus dem Rheinland, der sich seit seiner Konvertierung zum Islam Abu Hamza nennt. Direkte Verbindungen zu islamistischen Terroristen werden ihm zwar nicht nachgesagt, dennoch verbreitet Vogel radikale Botschaften. Außerdem ist es bei seinen Vorträgen üblich, dass weibliche und männliche Zuhörer strikt voneinander getrennt werden. Rainer Gausepohl, Sprecher des Bremer Innenressorts, bestätigte dem Weser-Kurier, dass Vogel auch dem hiesigen Landesamt bekannt sei. Conny Axel Meier, Bundesgeschäftsführer von "Bürgerbewegung Pax Europa", bezeichnete den Ex-Boxer gar als "Hassprediger".

Wie konnte es nun dazu kommen, dass jemand wie Pierre Vogel an der Bremer Uni auftreten durfte? Erst letzten Monat wurde ein Vortrag des Predigers im bayerischen Dorfen abgesagt, nachdem es im Vorfeld Proteste von verschiedenen Seiten gegeben hatte. Die Veranstaltung in Bremen meldete der "Islamische Studentenkreis an der Uni Bremen" ohne nähere Bezeichnung an. Über diese Gruppe ist bisher kaum etwas bekannt; eine Internetpräsenz gibt es nicht. Auch Uni-Pressesprecher Eberhard Scholz konnte auf bremen4u-Nachfrage kein Licht ins Dunkel bringen: "Diese Vereinigung ist vorher noch nie an der Uni in Erscheinung getreten." Man habe lediglich die Daten eines Studenten, der den Vortrag für den "Islamischen Studentenkreis" anmeldete. Dass Pierre Vogel bei dieser Veranstaltung auftreten würde, war der Uni unbekannt.

Laut Scholz soll der Student, der den Vortrag anmeldete, nun zur Rede gestellt werden. Zudem deutete er Änderungen für die Zukunft an - zurzeit kann jeder gegen Bezahlung einen Raum der Uni mieten. "Wir werden uns genau ansehen, wie das alles abgelaufen ist. So etwas soll nicht noch einmal passieren. Vielleicht muss bei der Anmeldung von Veranstaltungen noch klarer nachgefragt werden", so Scholz. "Allerdings müssen wir auch aufpassen, dass die Meinungsfreiheit dabei nicht beeinträchtigt wird."
7 Kommentare:
Wie bitte? Die Uni muss "vielleicht klarer nachfragen", wer sich da trifft und große Reden schwingt??? Ich bin schockiert, dass das bisher nicht geschieht: Dürfen also z.B. auch Nazis ungestört ihren Dreck an der Uni verbreiten?!
Erst dachte ich ja, soviel hat die Uni gar nicht falsch gemacht. Woher sollten sie schließlich so genau wissen, was in dem gemieteten Saal passieren sollte/würde? Aber dann habe ich mich gefragt, woher denn die Demonstranten von den genauen Abläufen gewusst haben. Wenn die informiert waren, hätte es dann nicht auch die Uni sein können?
Ich kann mir nicht vorstellen, dass Nazis sich in Uni-Räumen treffen könnten. Wenn solch eine Veranstaltung angemeldet werden sollte, würde es sicher auffallen. Auch die radikale Islam-Predigt von letztem Samstag hätte die Uni sicher verhindert, wenn sie davon vorher gewusst hätte.
Allerdings hat Jensen recht: Manche waren anscheinend im Vorfeld über den Auftritt Pierre Vogels informiert. "Pax Europa" hat z.B. kurz vor der Veranstaltung noch eine Mitteilung herausgegeben: http://europenews.dk/de/node/12774
Das ist son Schmarn! Das war bereits die zweite Veranstaltung mit Pierre Vogel. Man die Unileitung hat doch ein Brett vorm Kopf! Ganz Bremen ist informiert nur die nicht!
ich weise nur freundlich auf meinen blogeintrag hin: http://indy.twoday.net/stories/5106635/

und rate zur vorsicht gegenüber dem verein Pax Europa.
Interessanter Blogeintrag, Indy! Als Autor des obigen Artikels stimme ich dir zu, dass "Pax Europa" eine umstrittene Vereinigung ist. Da mein Artikel aber von Pierre Vogel alias Abu Hamza handelt, gehe ich darin nicht näher auf die Hintergründe von "Pax Europa" ein. Zudem benutze ich lediglich an einer Stelle ein Zitat des Vereins. Die anderen Infos stammen aus dem Weser-Kurier bzw. von der Uni.

Von dem zweifelhaften Ruf von "Pax Europa" mal abgesehen, finde ich es trotz allem legitim, zu behaupten, dass Pierre Vogel radikale Positionen vertritt. Ob man ihn als "Hassprediger" bezeichnen sollte, sei mal dahingestellt.

Die Tatsache, dass er seinen Vortrag in Bremen über Mittelsmänner anmeldete, spricht zumindest nicht unbedingt dafür, dass er eine blütenweiße Weste besitzt. Auch folgender Artikel aus der "Zeit" zeigt Vogels kontroverse Standpunkte - insbesondere bezüglich der Rolle der Frau:
http://www.zeit.de/2007/41/Islam-Prediger

Ich bleibe daher bei meiner Position, dass eine öffentliche Bildungseinrichtung wie die Uni so einem umstrittenen Prediger keine Auftrittsmöglichkeit bieten sollte. Die Glaubwürdigkeit von "Pax Europa" ist wiederum ein anderes Thema, dem man sich extra widmen müsste.
Natürlich ist es keine Frage, dass Hamza eine radikale Position in seinem Glauben vertritt. Und ebenso ist es keine Frage, dass man diese als überholt und zu konservativ bezeichnen kann. Auch durch solche Prediger wird der Islam bei vielen in ein kaum besseres Licht gerückt, in der er meiner Meinung nach doch gehört.
Es wird aber immer schwieriger an das Thema Islam völlig unbefangen heranzugehen und, womöglich, ihm etwas Positives abzugewinnen, wenn man ständig von solchen Beispielen hört und liest.
Allerdings, und das nur als kurzen Einschub, haben sich andere Religionen in den letzten Jahrhunderten nicht unbedingt eine weiße Weste verdient. Überdies gibt es auch im Christentum extreme Positionen, die wir als vermeintlich "moderne" Christen bzw. ich als Atheist völlig verabscheue. Man denke nur an die USA - radikale Christen gibt es dort zuhauf. Kinder werden dort von klein auf mit dem Glauben der Eltern großgezogen.

Dass jemand wie Hamza an der Uni Bremen, respektive an anderen Bildungseinrichtungen, nichts zu suchen hat: Da bin ich voll und ganz deiner Meinung.
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